osternZugegeben, meine Osterfeiertage verliefen dieses Jahr ganz anders als geplant. Da sich am Samstag außerdem mein Wiegenfest jährte, wollten meine Eltern und Nichten mich besuchen. Ich hatte mich voll ins Zeug gelegt und alles gut vorbereitet: eingekauft (freundlicherweise hatte mir ein netter Mensch dafür sein Auto geliehen), Kuchen gebacken, Ostereier gefärbt, für die Mädchen am Donnerstag noch Osternester gehäkelt, gefüllt und im Schlafzimmerschrank versteckt, die Wohnung geputzt…

Alles war fertig, der Auflauf im Ofen – in einer halben Stunde fertig – da kamen sie. Ich half, die Taschen die Treppen hochzutragen (ich wohne ja im 4. Stock ohne Fahrstuhl, nahm in jede Hand eine schwere Tasche und hatte so keine Hand frei, als meine Nase beschloss, mit der (Stein-)Treppenstufe Bekanntschaft zu machen. Die Stufe war härter und ich hatte eine hübsche Platzwunde und, wie sich in der Notfallaufnahme beim CT herausstellte, ein gebrochenes Nasenbein. Da dies nun ein offener Bruch war, musste ich im Krankehaus bleiben…

Meine Eltern haben meine Wohnung als Ferienwohnung für 2 Tage benutzt, mich im Krankenhaus besucht und den Kuchen mitgebracht. Auch sonst konnte ich ihnen erklären, wo sich alles befindet und sie sind gut klargekommen.

Klar, so stellt man sich seinen fast 50. Geburtstag nicht vor (und ich war auch nicht immer obenauf), aber bei allem kann ich dankbar sein. Zum Oberarzt bei der Visite sagte ich, meine größte Sorge (und erster Blick) wäre gewesen, ob meine Brille noch ganz ist (sie war es), aber er sagte, das wäre nicht das Schlimmste, was mir hätte passieren können. Ich hätte eine Hirnblutung haben können…. Ja, sagte ich, mein Bruder ist vor 2 Jahren an einer Hirnblutung gestorben.

Nicht immer ist meine Wohnung so aufgeräumt, dass ich mich nicht schämen müsste, wenn ich sie anderen unverhofft zeigen oder überlassen würde. Man rechnet ja auch nicht damit, dass es von einer Minute auf die andere ganz anders kommt, als man erwartet hat.

Doch es kann immer passieren. Wie ist es mit meinem Leben? Ist es so aufgeräumt, dass ich Gott gegenübertreten könnte, wenn es plötzlich zu Ende wäre? Lebe ich versöhnt mit Gott und meinen Mitmenschen? Trage ich Groll oder unvergebene Schuld mit mir herum?

Dieses Wochenende hat mir sehr deutlich klar gemacht, dass ich letztlich gar nichts von meiner Zukunft in der Hand habe. Das muss mir jedoch keine Angst machen, weil ich weiß, dass ich in Gottes Hand bin und mir nichts zustößt, was er nicht zulässt.

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