hochseilgartenIch bin kein großer Freund von Einkaufsmeilen. Mit einem Bummel durch irgendwelche Galerien, Arkaden, Kolonaden oder wie auch immer die Konsumtempel heißen (die in allen großen Städten irgendwie gleich aussehen), macht man mir keine Freude.

Lieber gebe ich Geld aus für Ereignisse, die Erinnerungen hinterlassen: ein Museumsbesuch, ein Konzert, ein (Foto-)Spaziergang mit einer guten Freundin.

Letztes Wochenende hatten wir Großfamilientreffen: 47 unterschiedliche Menschen, die ihr Leben den Eltern meines Vaters und seiner vier Brüder verdanken. Einige davon habe ich zum ersten Mal gesehen und war stolz darauf, heute alle mit Namen verabschieden zu können. Es war ein richtig schönes, gefülltes Wochenende und ich habe ein ganzes Stück gemerkt, wie stark ich doch in dieser Familie verwurzelt bin.

Vielleicht war es die Euphorie, die so eine große bunte Gruppe hervorruft: Gestern habe ich meine Hochseilgarten-Premiere bestanden. Geklettert bin ich ja schön des öfteren, aber sich an einem Stahlseil etliche Meter über dem Boden von Plattform zu Plattform rollen zu lassen, ist noch ein bisschen anders – und es hat riesigen Spaß gemacht… nach anfänglichem Herzklopfen.

Dieses Erlebnis hat einen Eindruck bei mir hinterlassen, den ich nicht so schnell vergessen werde: sich selbst überwinden, der Sicherung vertrauen, die sichere Plattform loslassen, unterwegs nicht steuern können, ob man mit den Beinen oder dem Rücken zuerst drüben ankommt, mit anderen unterwegs zu sein, die das Risiko und die Begeisterung teilen, sich jünger fühlen als man eigentlich ist, die Bewunderung der Zuschauer genießen, über sich selbst hinauswachsen.

P.S. Auf dem Bild bin natürlich nicht ich, ich war die Fotografin. Etwas größer wird’s durch Draufklicken.

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