Warum es gut ist, dass sich nicht alle Wünsche gleich erfüllen.

© lassedesignen - Fotolia.com

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Stell dir vor, du könntest alles gleich haben, was du dir wünschst: Tablet PC, Hightech TV, eine Reise nach Kalifornien, iphone 6, Designerklamotten, -taschen, -schuhe und eine Canon EOS 70D.

Ja, ich meine wirklich all das und all das gleich. 10-mal am Tag würde es bei dir an der Tür klingeln und der HERMES-Bote, gefolgt vom GLS-Menschen und der Postfrau würden bei dir Pakete abgeben. Im Briefkasten ist der Reisegutschein und der Rest liegt unterm Weihnachtsbaum.

Wärest du dann wirklich glücklich?

Du würdest eine Modenschau mit den neuen Klamotten machen, würdest die Kamera ausprobieren, den Fernseher das TV-Gerät anschließen, mit dem iphone rumspielen und für den Tablet hättest du gar keine Zeit mehr.

Und am nächsten Tag? – Da wären die Sachen immer noch da, aber deine Freunde darüber schon etwas geschmälert. Und außerdem – bräuchtest du nicht auch noch einen Blu-Ray-Player und eine Wii-Konsole?

Wilhelm Busch sagt:

Wonach du sehnlich ausgeschaut,
es wurde dir beschieden.
Du triumphierst und jubelst laut:
Jetzt hab´ ich endlich Frieden!

Ach, Freundchen, rede nicht so wild,
bezähme deine Zunge!
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
kriegt augenblicklich Junge.

Zum Glück ist das nur ein Märchen oder eine Fernsehshow, in der sich alle Wünsche gleich erfüllen. Meist muss man länger warten, und das ist gut so. Schon das Budget setzt gewisse Rahmen. In Zeiten von Amazon und Ebay scheint die Erfüllung des Ersehnten zwar nur einen Mausklick entfernt zu sein (Wie hat der Weihnachtsmann nur früher ohne Internet gearbeitet?), aber spätestens die Kreditkartenabrechnung oder der Dispo lassen der Realität ins Auge blicken.

Wenn ich mir nicht alles (sofort) leisten kann, steigert das die Vorfreude.Dinge, auf die ich länger warten – und sparen – muss, schätze ich mehr. Nichts ist schlimmer als übersättigt zu sein, weil immer alles sofort da ist. Kindern tut man damit nichts Gutes, wenn man ihnen alle Wünsche gleich erfüllt.

Bei manchen Sachen werde ich mich fragen: „Brauche ich das wirklich?“ Und öfter als gedacht lautet die Antwort: „Nein, darauf kann ich verzichten.“ Und auf manche Dinge werde ich bewusst verzichten, weil ich weiß, dass die mir nicht gut tun oder weil ich mit dem Geld anderen helfen möchte, die weniger haben. Vielleicht entschließe ich mich auch bewusst zu einem einfacheren Lebensstil mit weniger Materiellem, weil es einfach nicht gerecht ist, dass auf der anderen Seite der Erde Mütter nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen, während ich überlege, welche technische Neuigkeit mir noch fehlt.

Es gibt eine interessante Initiative: Zeit statt Zeug.
Vielleicht kriegst du hier eine Idee, was du verschenken könntest.

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