© Ruth Rudolph  / pixelio.de

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Habt ihr schon alle Geschenke für Weihnachten zusammen? Und habt ihr sie sogar schon verpackt?

Es soll ja Leute geben, die sind damit zwei Wochen vor dem Fest schon fertig – ich nicht. Ich bin froh, wenn die Liste steht!

Aber warum verpackt man überhaupt Geschenke? Die werden doch sowieso wieder ausgepackt. (Sparsame Zeitgenossen nehmen eine Schere, um vorsichtig das Klebeband aufzuschneiden, falten das Geschenkpapier ordentlich zusammen, um es wieder verwenden zu können. Bei anderen fliegen die Fetzen.)

Ich hab mal erlebt, dass eine Mutter zu ihren Teenie-Kindern sagte: „Ich hab die Geschenke jetzt nicht extra noch eingepackt.“ (Nach dem Motto: Ihr seid doch schon groß, den Kinderkram müssen wir doch jetzt nicht mehr machen.) – Schade. Irgendwie enttäuschend. Man kommt ins Weihnachtszimmer und sieht gleich alles, was da unterm Baum steht.

Es liegt ein Zauber um das Verhüllen und Enthüllen, das Verstecken und sich zeigen, den Moment des Noch-nicht-alles-wissens.

Denkmäler werden bei der Einweihung mit einem großen Tuch bedeckt und dann enthüllt. Mit Bademode gefällt mir persönlich besser als ohne. Manche Enthüllung bringt auch Dinge zum Vorschein, die einem den Kiefer runterklappen lassen.

Man sagt, Vorfreude sei die schönste Freude. Das Verpacken dient dazu, diese Zeit zu verlängern. Auspacken hat was von In-Besitz-Nehmen: Das gehört jetzt mir, und ich darf es auspacken. Die Augen des Schenkenden ruhen spannungsgeladen auf dem, der das Päckchen öffnet: Wird es ihm/ihr gefallen? Nicht zu vergessen das Leuchten der Kinderaugen, wenn all die Herrlichkeiten zum Vorschein kommen.

Es ist der Moment, wenn das Ersehnte da ist. Und den möchte man zelebrieren.

Voriges Weihnachten waren wir bei meiner Schwägerin und ihrem Mann am Heiligabend zu Gast. Wir haben fast eine Stunde lang Geschenke ausgepackt, obwohl es echt nicht viele waren. Freude genießen, den Genuss der Freude verlängern, dazu dient das Verpacken von Geschenken.

Hier habe ich noch ein Video über eine Überraschung, die eine Fluggesellschaft ihren Gästen kurz vor Weihnachten machte. Es ist zwar englisch, aber man sieht schon, was da los ist.

Da wäre ich gern dabei gewesen. 🙂

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