Kennt ihr das auch: „Du sollst!“ – „Du musst!“ – „Du darfst nicht!“ — Der Treiber in uns, der uns sagt, was wir zu tun und zu lassen haben. Prägungen aus der Kindheit oder das, was uns Kollegen, wohlmeinende Freunde, Vorgesetzte, Verwandte… sagen, was „man“ macht oder nicht macht.

In den 90er Jahren gab es einen Werbespot zu einer Diätmarke mit dem Namen „Du darfst“. (Komisch, dass man sich an Werbung noch nach Jahrzehnten erinnern kann – aber das ist wohl auch Absicht.) Erinnert ihr euch?

Mir geht’s jetzt nicht drum, zu bleiben wie ich bin. Beim Gewicht mag das ja erstrebenswert sein aber für die persönliche Entwicklung halte ich es eher für ein fragwürdiges Ziel. Sich als 40-jähriger immer noch wie 14 benehmen? Oder mit 52 noch (mal) dieselben Fehler machen wie mit 25? – Nein, danke! – Ich möchte mit den Jahren reifen und erwachsen(er) werden.

Aber dieses „Du darfst!“ – daran bin ich hängen geblieben. Darf ich wirklich das, was ich gerne möchte? Diese Frage kommt mir vor allem, wenn ich etwas tun muss, wozu ich keine Lust habe. Z.B. heute die Wohnung putzen. Darf ich oder muss ich? Von früher klingt mir noch der Satz in den Ohren: „Freitags ist Saubermachtag!“ (Uups, da bin ich ja schon einen Tag zu spät!) Und dann musste ich helfen, da gab es keine Frage, egal, ob ich Lust hatte oder nicht. Vielleicht kommt von daher meine Abneigung gegen „Du musst!“ im Allgemeinden und Putzen im Besonderen.

Darf ich oder muss ich? Diese Frage beschäftigt mich heute Morgen – und ich entscheide mich für das „Du darfst!“

Du darfst… tun, was dir Spaß macht… und das ist im Moment grad bloggen (Tun, was mir Spaß macht, dafür gibt es nur eine Einschränkung: es ist nicht gut zu tun, was anderen oder mir schadet oder gegen allgemeine Normen bzw. Gottes Gebote verstößt – und dieser Rahmen ist viel weiter, als du denkst.)

Du darfst… auch mal länger im Bett bleiben.

Du darfst… den heutigen Tag genießen – mit allen Sinnen.

Du darfst… Weihnachtsplätzchen auch beim Bäcker oder im Discounter kaufen.

Du darfst… auch mal nachmittags um 3 in der Badewanne liegen.

Du darfst… selber entscheiden, wann du putzen möchtest. Und wenn du dich hinterher über eine saubere Wohnung freust, dann tu es – jetzt!

So, nun wisst ihr, wo ihr mich findet. Ich tanze mit dem Schrubber durch die Wohnung und wedele dazu mit dem Staublappen (nur noch die passende Musik raussuchen 🙂 )

(Wusstet ihr schon, dass Schreiben für mich Therapie ist?) 🙂

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