© Günter Havlena / pixelio.de

X beschwert sich bei mir über Y, dass er/sie enttäuscht ist, weil…

Z erzählt mir, dass α und β sich geärgert haben über γ wegen…

Ich soll vermitteln, soll in die Lücke springen, soll ausgleichen und…

fühle mich selbst wie zwischen den Puffern. Der Platz wird immer enger, es nimmt mir die Luft zum Atmen. Ich frage: „Und wer kümmert sich um mich?“

Zuerst mal: Nein – ich muss nicht (immer) ausgleichen. Ich darf auch sagen: „Kläre das bitte mit der Person selber, das ist nicht meine Sache!“ (Aber so, wie ich mich kenne – harmoniebedürftig und friedenssüchtig, werde ich es doch wieder tun, nur vielleicht nicht mehr so oft – und vor allem nicht, weil ich mich dazu unfreiwillig verpflichtet fühle.)

Und dann fällt mir ein: Da war doch einer, der hat sich zwischen die Puffer begeben – und ist dabei zermahlen worden. Er ist dazu nicht gezwungen worden, er hat es freiwillig getan, weil es keinen anderen Weg gab, damit Gott und Menschen wieder zusammenkommen können. Jesus hat sich zwischen Gottes Zorn über unsere Schuld und uns Menschen gestellt und dabei sein Leben gegeben.

Und nun bin ich nicht mehr die Cinderella – das Aschenputtel für andere – und brauche mich auch nicht mehr so zu fühlen. Ich bin geliebte Tochter des Allerhöchsten, Braut des Königssohnes.

Zum Trost habe ich mir heute mal das schönste aller Liebeslieder, das Hohelied, zu Gemüte geführt. Es ist zuerst das Lied zweier Liebender, aber dann auch das Lied Gottes an sein Volk und seine Gemeinde und jedes einzelne seiner Kinder.

Und wenn ich dann den kraftvollen Satz aus Hoheslied 6,10 höre:

Wer ist sie, die da hervorglänzt wie die Morgenröte, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, Furcht erregend wie Kriegsscharen? (ELB)

und ihn mir von Gott persönlich zusprechen lasse, dann haben Cinderella-Gefühle wirklich keinen Platz mehr.

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