Als ich mich neulich von meiner Freundin beim Chatten verabschiedete mit der Bemerkung, dass ich noch ein bisschen mein Klavier quälen will (hab ich wirklich quälen gesagt?), meinte sie, ich sollte nur die weißen Tasten nehmen, sonst wird’s zu melancholisch. Sie hat das gut gemeint, denn sie weiß, dass ich mit den Stimmungsaufs und -abs zu kämpfen habe.

Aber als ich dann am Klavier saß und so richtig schön am Improvisieren war (und natürlich weiße und schwarze Tasten benutzte), dachte ich: „So’n Blödsinn (A., verzeih mir!) – das gibt doch niemals schöne Musik, wenn ich mich nur auf die weißen Tasten beschränke.“ Da kann ich ja nur C-Dur spielen, also: „Alle meine Entchen“ und „Hänschen klein“ oder paar Tonleitern und Dreiklänge. Aber niemals so schöne Sachen wie z.B. Blues. Da gehören die „blue notes“ einfach dazu. Sie geben den speziellen Klang. Darauf möchte ich nicht verzichten. Schwarz und weiß zusammen, das gibt richtige Musik, klangvoll und abwechslungsreich wie das Leben selbst.

Dort gehört’s auch dazu. Ich möchte kein Leben, das immer auf einem Level dahinplätschert, ohne Freude und Trauer. Die Mischung macht’s spannend und die Abwechslung. Gutes und (vermeintlich) Schlechtes kommt beides aus Gottes Hand und ich will ihm vertrauen, dass er es immer gut mit mir meint.

Jetzt noch ein Extra für alle Klavierspieler/innen. Ich habe es mal von jemandem gelernt und es „Schwarze-Tasten-Impo“ genannt. Es ist eine Begleitung für’s 3- oder 4-händige Spiel. Du spielst immer wieder (Turnaround) die Begleitung und dein Partner darf sich dazu auf den schwarzen Tasten etwas ausdenken (einfach loslegen – es geht fast alles!). Bisschen hinhören – und ihr findet auch einen gemeinsamen Endton. Macht sußer Spaß, wie mir eine meiner Schülerinnen bestätigt, die das mit ihrer 5-jährigen Tochter ausprobiert hat 🙂

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