Zurzeit, wenn ich in unsere Küche komme, fühle ich mich um 15 Jahre zurück versetzt. Damals hatten wir noch keine Mikrowelle und keine Spülmaschine. Die Mikrowelle hat sich vor 1 1/2 Wochen verabschiedet und weilt zur Reparatur. An der Spülmaschine haben sich schon zwei Handwerker versucht, aber das Problem (siehe voriger Artikel) besteht weiterhin. Erst mal ist es ungewohnt, dass man nicht in einer Minute die Milch für’s Müsli erwärmt hat und ein- oder zweimal am Tag auf gut altdeutsch von Hand abwaschen muss. Aber dann stellte ich fest: Es ist keine Katastrophe! Das Leben geht weiter! Es gibt Schlimmeres! Und es wirkt sich gleich noch positiv auf’s Bewegungskonto aus. Haben wir nicht eigentlich viel zu viele technische Geräte, die uns jede Bewegung abnehmen? Gut, ich will nicht zurück in die Zeit, als noch alles von Hand erledigt werden musste. Aber mal eine Zeit lang (nicht ganz) freiwillig darauf zu verzichten, ist schon eine interessante Erfahrung.

Desgleichen genieße (?) ich gerade die Freiheit, tagsüber autolos zu sein. Mein Mann braucht es, weil er einige Wochen auswärts zu tun hat. Da werde ich also zum Bus- und Bahnfahrer, wenn ich Termine habe. Eine Fahrt, für die ich sonst nur 2 Stunden brauche, wird schnell zum Halbtagesausflug. Ich muss anders planen, bin nicht so unabhängig und flexibel. Aber die (erzwungene) Langsamkeit hat auch was. Sprechen nicht viele von Entschleunigung? Wenn ich sie mir nehmen muss, habe ich auch mehr Zeit. Und auch hier gilt das gleiche wie oben: Ich bewege mich mehr, denn wenn das Auto nicht vor der Tür steht, nehme ich doch eher mal das Fahrrad oder gehe zu Fuß.

Trotzden bin ich froh, dass die autofreie Zeit begrenzt ist und dass es mir nach Feierabend dann doch zur Verfügung steht, denn beim Einkauf ohne Auto hört die Romantik auf. Obwohl, wenn ich es mir richtig überlege: Im Ernstfall ginge das auch…

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